Und dann ist es da wieder, das Geräusch der schlagenden Flügel, das der schwarzen Wolke vorausgeht; das Geräusch, das alle Menschen in dem kleinen Ort Volterra in ihre Häuser flüchten lässt.
Was dieser gigantische, gar unnatürlich große Schwarm Fledermäuse jedes mal ankündigt, können die Menschen Volterras nur schätzen, sich ausdenken;
doch sie wissen eines ganz genau: etwas stimmt nicht mit der Herrschaftsfamilie Volterras.
Es ist schon viele hundert Jahre her, doch die Legende lässt das kleine italienische Dörfchen nicht los.
Gräfin Comtesse führte damals die Schreckensherrschaft über Volterra.
Hunderte Menschen mussten ihr Leben geben, denn sie badete in dem Blut der Opfer und trank es, um sich zu stärken.
Eine Geisteskrankheit? Sollte es mit ihrem Tode aufhören?
Tatsächlich entstand er daraus erst, der Fluch, der die Herrschaften heute verdammt.
Sie sollen ein Leben führen, das von Blut besessen und gelenkt ist, auf dass sie ohne Blutsopfer nicht leben können - bis ihre Linie ausstirbt.
Blass sind sie, die Herrschaften Volterras, und haben allesamt dunkle Haare - aber das ist ja in Italien nicht ungewöhnlich. Auffallend sind ihre fast schwarzen Augen, die sie alle haben, egal in welcher Gemütsstimmung. Nur wenn man genau hinschaut, erkennt man kleine Farbsprenkel, die sich durch das Schwarz ziehen; bei jedem Familienmitglied in einer anderen Farbe.
- Das sind die Merkmale, die man sieht.
Was die Bürger nicht ahnen können, sind die dunklen Geheimnisse der Familie.
In Spiegelbildern sowie auf Fotos sind sie nicht zu sehen.
Nur durch ein Schmuckstück können sie in der Sonne überleben, ansonsten sind sie Wesen der Nacht, die Menschen mit ihrem Blut auch ihre Kraft aussaugen, um selbst an Stärke zu gewinnen. Und altern tun diese Vampire nur, wenn sie nicht regelmäßig auf die Jagd gehen und dürsten; und dann extrem schnell. Je durstiger sie werden, desto schneller zerfällt ihr Körper - bis sie wieder ein Blutsopfer nehmen.
Mit regelmäßigen Opfern altern sie etwas langsamer als normale Menschen; weshalb sie oft jünger geschätzt werden, als sie sind.
Wenn man sie denn mal sieht.



