Die Herren von Turn




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Die Herren von Turn

Beitragvon Clyde » Sa 16. Jul 2011, 21:06

Mittelalter;

Immer wieder verwüsten Kriege das Tal, die Machtkämpfe zwischen den verschiedenen Adeligen und dem Bischof scheinen nicht zu enden. Das Volk leidet darunter, Hunger, Krankheiten, der Krieg und ihre jähzornigen, brutalen und machtdurstigen Herrscher quälen es Tag für Tag. Es geht schon viel zu lange so, doch ist dieses kleine geschwächte Volk stark genug um sich gegen ihre Herren auf zu lehnen? Sie zu besiegen, die Burg zu stürmen und sich ihre Rechte und ihr Land zurück zu holen?
Oder sind zwei Jugendliche stark genug, sich gegen eine von den Eltern geplante Hochzeit zu wehren?
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von Anzeige » Sa 16. Jul 2011, 21:06



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Re: Die Herren von Turn

Beitragvon Clyde » Sa 16. Jul 2011, 21:08

Formular:
Name: Sebastian Zachary Frowin von Hutten
Was bist du: Sohn eines Landgrafen
Alter: 16
Geschlecht: männlich
Aussehen:
Sebastians braune Locken schimmern in der Sonne wie Bronze - ...Nun, vorrausgesetzt, sie sind sauber. Aber vermutlich hat der Junge sich doch wieder direkt nach dem Bad mit irgendjemandem im Staub gewälzt, sodass von dem Glanz nichts zu sehen ist und sein Haar eher von einem schmutzigen, matten Graubraun zu sein scheint. Meistens ungekämmt, reichen ihm die wirren Wellen bis in den Nacken und in die Stirn; enden ausgefranst, als hätten sie seit Jahren keine Schere mehr gesehen, über den Kleegrünen Augen. Diese sind der Spiegel zu Sebastians Seele; sie zeigen Freude, Wut, Enttäuschung, Kampfeslust. Die allermeiste Zeit letzteres. Sebastian ist durchschnittlich groß und athletisch gebaut; die vielen Übungskämpfe, die er in seinem Übermut tätigt, haben jedoch ihr Gutes getan und einige Muskelstränge in den Armen des Jungen sichtbar werden lassen.
Charakter:
Einmal schnell über das Pferd gewischt, sauber muss es nicht sein, ist doch nur Vieh, der Sattel drauf, schneller, geht das nicht schneller, rauf aufs Pferd, Hacken in die Seite, im Galopp davongeprescht - Meine Damen und Herren, die davonstobende Staubwolke zeigt Ihnen heute: Sebastian wie er leibt und lebt. Je schneller, je wilder, ja waghasliger, desto besser; Ordnung ist in seinen Augen etwas für Taugenichtse und Langeweile die einzige Sünde, für die es keine Vergebung gibt. Sebastian strotzt nur so vor Energie und ist, sehr zum Leidwesen seiner Eltern, nicht selten bis über beide Ohren verdreckt, zerkratzt, zerschunden. Er ist kein schlechter Mensch, wirklich nicht; ja, wenn man ihm nur seinen Willen gibt, kann Sebastian sogar ganz nett sein. Aber wenn etwas nicht nach seiner Pfeife tanzt, findet der Junge das gar nicht lustig - und er kann sehr rabiat deutlich machen, was ihm nicht passt. Die Grenzen zwischen neckend und beleidigend, zwischen Spaß und Ernst, zwischen Spiel und Kampf überschreitet er meist ganz ohne es selbst zu merken, bis er ruppig wird, ohne es überhaupt zu beabsichtigen; weil dann alles, was noch in seinem Kopf Platz hat, der Gedanke, gewinnen zu wollen, ist. Verlieren ist etwas, was Sebastian nie gelernt hat.
Geschichte:
Sebastian ist das einzige Kind der Familie, zwei Geschwister starben im Kindbett, zwei kamen tot zur Welt. Um das Familienerbe zu sichern, soll er jetzt im zarten Alter von 16 Jahren verlobt werden.

Pferd:
Aussehen:
Alter: 7
Charakter und wichtiges:Justicia ist ein wendiges, flinkes Stütchen, das viel Temperament hat, gerne rennt und auch mal übermütig buckelt; und das stoisch über alle Lieblosigkeiten ihres Reiters hinwegsieht.
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Re: Die Herren von Turn

Beitragvon Clyde » Sa 16. Jul 2011, 21:25

Sebastian

"Was hast du daschon wieder angestellt? - Sebastian, ich rede mit dir!" Ich hob träge den Kopf, folgte missmutig dem Blick meines Vaters und wusste doch ganz genau, was er meinte. "Bin hingefallen..." - "Hingefallen! Kind, wenn man mir für jede Schramme, die du am Leib hast, ein Goldstück abnehmen würde, wäre ich schon seit deinem zweiten Lebensjahr ein armer Mann!" Mit einem unterdrückten Seufzen schob ich den Hemdsärmel über die blutige Schramme an meinem Arm, ehe ich weiter in meinem Essen herumstocherte. "Sebastian" ergriff nun meine Mutter das Wort, "dein Vater und ich sind zu einem Entschluss gekommen. Du bist jetzt 16, im heiratsfähigen Alter, und wälzt dich noch im Dreck wie die Bauernkinder; das ist absolut unanehmbar." Bla.. Blabla... ich mochte keinen Fisch, warum tischten sie mir Fisch auf..? "..verloben lassen." Der Löffel landete mit einem klirren auf dem Teller. "WAS?!" - Ich hatte mich doch wohl hoffentlich verhört! "Es it unser voller Ernst. Du musst langsam lernen, selbstständig zu sein und Verantwotung zu über.." Ich hörte nicht mehr zu, ich wollte das alles nicht hören. Ein Stuhl wurde quietschend zurückgeschoben, hastige, von Wut laute Schritte verließen den Raum. Zurück blieben ein Seufzen und eine Stimme, die murmelte, "Ich habe befürchtet, dass er so reagiert."
Ich hatte Justicia nur schnell aufgetrenst, selbst das Satteln dauerte mir jetzt zu lange, mich auf ihren blanken Rücken geschwungen und sie zum Galopp getrieben; nichts, was die Stute nicht schon kannte. Meistens wollte ich nur erstmal so schnell wie möglich von zu Hause weg. Nun, im Allgemeinen ritt ich prinzipiell am liebsten schnell und auch die dunkle Stute war kein Freund von langsamen Spaziergängen. Heute aber musste ich nach einiger Zeit feststellen, dass sie lahmte. Mit einem frustrierten Seufzen parierte ich mitten im Wald durch. Na toll; wenn es etwas ernstes war, und ich im Schritt zurückgehen müsste, würde das sicher mehrere Stunden dauern. "Was hast du, Mädchen, hm?" Ich hob erst den linken, dann den rechten Hinterhuf an; kratzte etwas Laub ab und konnte doch nichts erkennen. Am Vorderhuf jedoch offenbarte sich mir dann das übel: sie hatte wohl irgendwo auf der Strecke ein Eisen verloren, ein Nagel hing noch schief im Horn und verursachte Justicia vermutlich bei jedem Schritt Schmerzen. Meine Finger schlossen sich um das Metall, ich zog und rüttelte daran, aber ich bekam es nicht raus. In dreiteufelsnamen, wo sollte ich jetzt auf die schnelle einen Hufschmied herbekommen?

Da kann sie ihn jetzt gerne aufgabeln :D
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Re: Die Herren von Turn

Beitragvon Bonnie » Sa 16. Jul 2011, 21:30

Name: Constancia Amelie von Erbach
Was bist du: Tochter des Grafen
Alter: 17
Geschlecht: weiblich
Aussehen:
Constancia ist nicht all zu hoch gewachsen und von schmaler Statur, die langen, hellblonden Haare umspielen das Gesicht mit den weichen Zügen, die doch noch sehr an ein kleines Mädchen erinnern. Die aalglatten Haare hat sie, wie es sich gehört, oft zu komplizierten Zöpfen geflochten oder hoch gesteckt, wobei sie natürlich keinen der zierlichen Finger zu regen bräuchte. Von vornehmer Blässe ist Constancias Hautfarbe, was nicht daran liegen kann, dass sie sich zu wenig draußen aufhält, dass das tut sie eigentlich sehr gerne. Einzig die hellblauen Augen, die je nach Sonneneinstrahlung fast durchsichtig wirken, können das immer währende Lächeln enttarnen, aber nur den wenigsten fällt auf, dass es nicht echt ist.
Charakter:
Sie ist der Sonnenschein der Familie, die Vorzeigetochter bei jedem Fest - ruhig, mit einem Lächeln auf den Lippen und meistens wirklich freundlich. Dabei scheint es keinen zu stören, dass das nicht wirklich Constancia ist. Wenn es nach ihr ginge, würde sie solche Feste nicht besuchen, sondern im Stall, Wald oder sonst wo sitzen, ihre Ruhe haben und von all dem nichts hören oder sehen müssen. Oftmals, wenn man sie mit ihren Eltern oder anderen Erwachsenen reden hört, mag man das sonst eigentlich fröhliche Mädchen mit einem Sinn von Humor gar nicht wieder erkennen. Am einfachsten ist es,man macht sich selbst ein Bild von Constancia.
Geschichte:
Constancia hat einen älteren Bruder, der bereits verheiratet und in der Nachbarschaft in eigenem Haus untergekommen ist, womit sie nun das Leben eines 'Einzelkindes' genießt. Wobei genießen auch ziemlich relativ ist, wenn die Eltern einen mit einem Fremden vermählen wollen.

Pferd
Aussehen
:
Alter: 11
Charakter und wichtiges: Kain ist ein gutmütiges, vielleicht etwas schwerfällig aussehendes Kleinpferd, in dem jedoch - ab und an - ungeahnte Kräfte stecken.
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Re: Die Herren von Turn

Beitragvon Bonnie » Sa 16. Jul 2011, 21:38

Constancia

"..und deshalb wird es das beste sein, wenn wir dir einen Verlobten aussuchen." Schon das Wort 'aussuchen' widerte mich an, doch ich nickte nur langsam. Was hätte ich nach diesem Argument reichem Gespräch auch sagen sollen, was nicht vollkommen unpassend oder entkräftet war? Nach einer langen Pause, hob ich meine Stickerei wieder hoch, die ich niedergelegt hatte, als mein Vater den Raum betreten hatte, und spürte doch ihrer beider Blicke auf mir. Irgendwie würde ich das schon schaffen, sie hatten es auch geschafft, ihre Eltern hatten einander ausgesucht und mittlerweile liebten sie sich. Manchmal zumindest, denn ab und an kam es mir vor, als säße ich mit zwei Fremden an einem Tisch. "Constancia?" Die dünne Stimme meiner Mutter riss mich aus den Gedanken und meinen Blick von dem zarten Blumenmuster, an dem ich bereits ein Jahr lang saß, weil ich nie die Zeit - oder Lust - fand, um weiter zu arbeiten. "Ja, ja natürlich. Ihr werdet schon recht entscheiden. Wenn ich bitte gehen dürfte?" Sie entließen mich, doch ich wusste nicht wohin ich sollte, denn nichts schien mehr so zu sein, wie es sein sollte.
Ich fand mich im Stall wieder, ohne es gemerkt zu haben und saß schon in dem bequemen Sattel des nicht all zu großen, breiten Wallachs. Am langen Zügel verschwanden wir im Wald, hielt nichts davon den üblichen Weg zu nutzen sondern suchte mir meinen eigenen. "Verlobten.." murmelte ich, achtete gar nicht so sehr auf die Umgebung, während ich mich schon einen Moment später über mich selbst ärgerte. "..so ein dummes Ding." genervt zog ich den Stoff aus einem Gestrüpp, in dem sich die oberste Schicht meines Kleides verfangen hatte - normalerweise war ich so schlau und wechselte zum Reiten die Kleider, oder, bei gewissen Anlässen, den Sattel. Aber es gab wohl kaum etwas schlimmeres als den Damensattel. Jetzt aber spannte der Stoff über der Kruppe von Kain, der sich davon jedoch wenig beeindruckt zeigte und so seines Weges ging, bis er stehen blieb und ich vollkommen verwirrt aufsah. Ein Stück weiter vorne stand ein Junge, mit seinem Pferd und das war so eine Angewohnheit von Kain geworden, sah er andere Pferde und kam von mir kein Zeichen, blieb er einfach an Ort und Stelle stehen.
Ein genauerer Blick auf den Jungen mit den schmutzigen Sachen verriet mir, dass er trotz dem Dreck von hohem Stand war. "Kann ich euch helfen?"
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Re: Die Herren von Turn

Beitragvon Clyde » Sa 16. Jul 2011, 21:46

Sebastian

Ich drehte den Kopf missmutig in die Richtung aus der die Stimme kam; missmutig schon alleine deswegen, weil es die Stimme eines Mädchens war und ihre Frage sich damit wohl erübrigte. Sie konnte den blöden Nagel wohl auch nicht rausziehen, eh? "Habt Ihr wohl zufällig..." Ich zog noch einmal an dem Nagel, rutschte ab, schürfte mir die Finger an dem rostigen Metall auf und fluchte unterdrückt, ehe ich, die Zähne zusammenbeißend, fortfuhr: "Habt Ihr zufällig eine Zange dabei?" Die ANtwort konnte ich mir seltsamerweise schon denken. Ich ließ Justicias Huf los, den sie doch nicht ganz wieder abstellte, sondern entlastete. Kurz betrachtete ich die unschöne Wunde, ehe ich die Mischung aus meinem Blut und dem Rost des Nagels mehr oder weniger an meiner Hose abwischte. Der Finger pulsierte dumpf.
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Re: Die Herren von Turn

Beitragvon Bonnie » Sa 16. Jul 2011, 22:00

Constancia

"Nein, leider muss ich euch enttäuschen." Seltsame Frage, aber ich erkannte - mehr oder weniger - was sein Problem war. Und das er jetzt blutete, wie unschön. "Aber nicht weit von hier befindet sich ein Dorf." Und somit auch ein Schmied, das erklärte sich nun wohl von selbst, nicht? Oder aber er führte das filigrane Pferd bis nach Hause, doch ich konnte mir kaum vorstellen, wie er neben seinem Pferd herlief. Nein, so jemand war er bestimmt nicht. "Kann ich euch vielleicht ein Taschentuch geben?" fragte ich mit leicht angewidertem Blick auf seinen Finger, den er zuvor notdürftig an der dreckigen Hose abgewischt hatte. Das keimte jetzt fröhlich vor sich hin.
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Re: Die Herren von Turn

Beitragvon Clyde » Sa 16. Jul 2011, 22:08

Sebastian

Sah ich so aus, als bräuchte ich ihr rosa Taschentüchlein?! "Ich verreck schon nicht an ein bisschen Blut." knurrte ich unwirsch und drückte Daumen und Zeigefinger der unverletzten Hand kurz an die Nasenwurzel. "Wo... in welcher Richtung liegt das Dorf denn?" fragte ich schließlich; als ich nämlich aufsah und mich umblickte, musste ich feststellen, dass ich irgendwie reichlich wenig Ahnung hatte, wo ich mich befand. Normalerweise ritt ich einfach im Galopp, bis mir langweilig wurde oder ich irgendwo herauskam und dann in gleicher Richtung zurück. Kam auch meistens ungefähr hin, sodass ich in der Nähe meines Elternhauses landete, und von dort fand ich den Weg dann. Aber Dörfer oder soetwas? Ach, da lebte sowieso nur der Pöbel, was wollte ich denn da.
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Re: Die Herren von Turn

Beitragvon Bonnie » Sa 16. Jul 2011, 22:26

Constancia

Ich sog scharf die Luft ein, meine Augen verengten sich und ich musste einen Moment die Zähne fest aufeinander zu beißen, um nichts zu sagen, was sich nicht schickte und man mir später nachtragen würde. Aber dennoch konnte ich mir den Gedanken 'Verdient hättest du's aber.' nicht verkneifen, aber die Gedanken waren eben meine und niemand könnte mich dafür bestrafen. "Etwas südlich von hier, wenn ihr wollt, kann ich es euch zeigen." Oh ja, ich war ja ein solch feines Mädchen, selbst einem ausfällig werdendem Adelsidioten würde ich noch helfen.
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Re: Die Herren von Turn

Beitragvon Clyde » Mo 1. Aug 2011, 12:47

Sebastian

Ich zog die Nase hoch und fuhr mir mit den nicht blutenden Fingern von hinten nach vorne durch das staubig-graubraune Haar. "Ja, will ich" - Welch vortrefflicher Zufall, dass sie 'Wenn Ihr wollt' gesagt hatte. Auf ein 'wenn ihr mich darum bittet' hätte ich mich nicht eingelassen. Ich bat niemanden um irgendetwas. Im übrigen ließ ich mich auch um nichts bitten. Meine Hand schloss sich um Justicias Zügel, die ich ihr über den Kopf zog, um die Stute dann hinter mir herzuführen; den Blick hielt ich stumpf geradeaus gerichtet, denn wie sie bei jedem Schritt hinkte, wollte ich mir nicht ansehen.
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